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Ohne zusätzliche Studienplätze in der Pharmazie ist es nicht möglich


Ohne mehr Pharmazie-Studienplätze geht es nicht

PZ Senior Editor Prof. Dr. Theo Dingermann (links) in der Diskussion mit Jens Dobbert, Präsident der LAK Brandenburg (Mitte), und Danny Neidel, Geschäftsführer der LAK Thüringen über strukturelle Probleme beim Pharmaziestudium. / Foto: PZ/Alois Müller

PZ Senior Editor Prof. Dr. Theo Dingermann (links) in der Diskussion mit Jens Dobbert, Präsident der LAK Brandenburg (Mitte), und Danny Neidel, Geschäftsführer der LAK Thüringen über strukturelle Probleme beim Pharmaziestudium. / Foto: PZ/Alois Müller

Die Zahlen sind klar: Einer ABDA-Prognose zufolge müssten bis 2030 rund 10.000 Apothekerinnen und Apotheker mehr ausgebildet werden, um die Lücken der Babyboomer zu schließen, die in den Ruhestand gehen. Dafür braucht es logischerweise mehr Studienplätze – gerade in Bundesländern, die bislang keine oder nur sehr wenige Plätze anbieten.

Brandenburg ist neben Bremen das einzige Bundesland, in dem man nicht Pharmazie studieren kann. Vom Land selbst wird hier ein Mangel von bis zu 1100 Apothekern bereits bis zum Jahr 2025 prognostiziert, erklärte Jens Dobbert, Präsident der Landesapothekerkammer Brandenburg. Es müssten bereits sogar gut gehende Apotheken geschlossen werden, weil sie keinen Nachfolger oder Personal finden.

Dabei hätten sich zuletzt 90 Abiturienten aus Brandenburg um einen Pharmaziestudienplatz beworben und 69 einen bekommen – »das ist genau die Zahl an Studienplätzen, die wir uns hier wünschen«, so Dobbert. Das Studium im eigenen Bundesland bringe den Klebeeffekt mit sich – die Absolventen bleiben. Umgekehrt sagen viele Apotheker, wenn sie in Brandenburg hätten studieren können, wären sie nicht in ein anderes Bundesland gegangen und dort geblieben.

Kohle-Strukturwandel kommt bislang nur Medizin zugute

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Henry Hildebrandt

Bereits seit 2010 bemüht sich die Kammer äußerst beharrlich um einen Studienstandort und hakt auch bei den entsprechenden Ministerien immer wieder nach. »Die Politik hat das Problem zwar gesehen, nimmt es aber nicht ernst und hat immer nur Ausflüchte«, kritisierte der Kammerpräsident. Geld aus dem Strukturwandel Kohle fließe bislang nur ins Medizinstudium. »Wir Apotheken spielen in der Landespolitik keine Rolle, es sei denn, die Bude brennt und wir müssen retten«, so Dobbert im Hinblick auf Corona-Pandemie und Lieferengpässe.

Er hofft weiterhin, Pharmazie-Studienplätze an Medizin-Standorte anknüpfen zu können, in Cottbus-Senftenberg und Neuruppin. Aktueller Stand ist, dass in Cottbus eine neue Universität nur für Medizin gegründet werden soll. Das Konzept wurde am 21. März vom Wissenschaftsministerium vorgestellt. 2026 sollen hier 200 Medizinstudierende starten – die Pharmazie fehlt immer noch. Dabei hatten sich Humanmediziner, Zahnärzte und Apotheker für eine gemeinsame »Hochschule der Heilberufe« ausgesprochen.

Medizin kann man derzeit in Brandenburg nur auf eigene Kosten beziehungsweise mit Stipendium an der privaten Medizinischen Hochschule Brandenburg in Neuruppin studieren. »Auch dort haben wir Gespräche geführt«, so Dobbert. Er will weiter für das Pharmaziestudium in Brandenburg kämpfen und bleibt optimistisch.

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Author: Aaron Patel

Last Updated: 1703501882

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